E-Ladestation
Es ist soweit. Ich habe nun auch ein Elektroauto ! Und zwar Einer, den noch fast niemand kennt. Einen Leapmotor B10 !

Also noch habe ich ihn nicht (Stand April 2026), er ist irgendwo auf einem Autotransporter, einem der viiiiiiiiielen Schiffe auf den Weltmeeren zwischen China und Europa.
Update 26. Juni 2026: Das neue Auto ist da !
Nun ja, dann habe ich ja nun genügend Zeit um die dafür notwendige Tankstelle zu installieren. Tankstelle ? Korrekt, ein Elektroauto benötigt ebenfalls Treibstoff, nur eben in Form von Elektrizität. Und da ich neben der Solaranlage mittlerweilen auch einen Speicherbatterie installiert habe und das Ganze mittels eigens programiertem Energiemanagement-System (kurz EMS) steuere, liegt es Nahe, nun eben auch eine zum Auto passende E-Ladestation zu installieren.
Doch die Qual der Wahl ist gross. Es gibt eine fast unübersichtliche Menge an Ladestationen. Von billigen China-Geräten bis zu völlig überteuerten Marken-Luxus-Ladestationen, nur um sie in einem Ökosystem mit Wechselrichterhersteller, bzw. Batteriesystem in derselben App steuern zu können. Aber satt Bequemlichkeit sollte man sich doch eher fragen, was genau wird benötigt und welche Zusatzkosten sind zu erwarten ? Es nützt nix, wenn die Ladestation zwar perfekt in derselben App wie der Wechselrichter zu bedienen ist, dafür aber hohe Kosten in Form eines Fehlerstrom-Schutzschalters des Typs B notwendig ist... Und wieso soll ich eine Ladestation installieren, welche bis zu 22kW Ladeleistung unterstützt, obschon mein Auto derzeit "nur" 11 kW laden kann ?? Jaja, Reserve für später, ist ein häufig genanntes Argument. Aber ich lebe im HIER und JETZT und wenn ich mir dann in zig Jahren ein anderes Auto zulege, dann gibt es bestimmt schon wieder andere Technologien und die dafür notwenigen Anschlüsse passen mit Sicherheit nicht mehr mit denen, welche heute "für die Zukunft" vorgesehen sind...
Nun gut. Wer mich kennt, der weiss, dass bei mir neue Elektrogeräte in die Hausautomation eingebunden werden müssen. Demetsprechend fallen proprietäre Systeme ohne entsprechend offengelegte Schnittstelle schon einmal weg. Und auch, wenn es OEM-isierte Produkte sind, bin ich nicht bereit nur für den Namen einen Aufpreis zu bezahlen. Als Beispiel sei hier bsp. die Fronius Ladestation "Wattpilot" gemeint... (ich bin grundsätzlich FAN von Fronius Wechselrichtern, das gilt aber eben nicht für deren Ladelösung)
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| Frappierende Ähnlichkeit, nicht wahr? Das Modell links kostet jedoch (Stand April 2026) Fr. 729.- während das Original Gemini vom Hersteller "Go-e" lediglich Fr. 515.- kostet (bei demselben Anbieter). Ich will damit rein gar nichts unterstellen... einfach wirken lassen ... |
 | Die Ladestation mag zwar gute Testberichte haben, aber eine eigene Ansteuerung ? Totale Fehlanzeige ! |
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 | Eine Ladestation von Zaptec kenne ich von meinem Vater her. Sie macht zwar was sie soll, aber das Einrichten war nicht ohne Probleme. Auch jetzt hat er manchmal noch Probleme mit dem Laden bei sich zuhause. Er hat diese ebenfalls an seinen öffentlichen Ladestationen, dort machen sie ertaunlicherweise aber keine Probleme. So gesehen ist mir dese Marke bzw. Produkte nicht ganz geheuer. Vor Allem das Preis- Leistungsverhältnis stimmt für mich nicht... |
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 | Favorisiert hatte ich ursprünglich ein Modell von Victron. Dies, weil die Integration in mein System "ganz einfach" gewesen wäre. Allerdings wären hier erhebliche Zusatzkosten in Form eines notwendigen Fehlerstromschutzschalters des Typs B hinzugekommen, da diese Ladedstationen keine DC-Fehlerstrom-Erkennung eingebaut haben und das daher extern notwendig ist (daher der Typ B). Zudem hat Victron kein Modell mit RFID-Authentifizierung im Sortiment, welches für eine Installation im Aussenbereich meiner Meinung nach absolut zwingend notwendig ist. Das hätte ich programmiertechnisch "irgendwie" lösen müssen. Da hilft auch das fancy Display nicht mich umzustimmen. Wozu brauche ich zudem so ein Display an der Ladestation ??? |
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 | Fast wäre es die Ladestation cFos Power Brain Wallbox Solar 11kW mit fest installiertem (7m !) Kabel von cFos geworden. |
 | Insbesondere der eingebaute ChargingManager hat mich fasziniert. Ist nicht ganz einfach zu verstehen und zu konfigurieren, aber so kann die eigene Ladelogik implementiert werden. Hätte ich nicht bereits mein Victron Cerbo GX als zentrale Steuereinheit, hätte ich mir diese Station an die Wand geschraubt und die Logik damit implementiert. |
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 | Und sogar eine Ladestation komplett selber bauen ist im Bereich des Möglichen ! Aber soweit gehen und eine eigene Ladestation Marke "Eigenbau" installieren möchte ich dann doch nicht. Wahrscheinlich gibt es da dann Probleme mit irgendwelchen Konformitäten... gerade, wenn einmal etwas schiefgehen sollte und sich das Ding in Rauch auflöst ...
Aber gerne verweise ich dabei auf Evalbo, falls jemand gerne seie eigene Ladestation bauen will. |
 | Dort gibt es sogar so kleine Ladestationen, welche in den Ladestecker eingebaut werden können. Klingt zwar äusserst spannend, aber sooo ein Freak bin ich dann nun auch wieder nicht :-) |
So, genug der schönen Bildchen. Geworden ist es am Ende die Ladestation des österreichischen Herstellers Go-e mit dem Typ Gemini 11kW. Ob das Zufall ist, weiss ich nicht, denn schon mein Solar-Wechselrichter von Fronius kommt aus Österreich :-)
Die Möglichkeiten dieser Ladestation haben mich überzeugt. Ob HTTP-API, Modbus, MQTT oder OCPP, diese Ladestation spricht derzeit alle notwenidgen Protokolle um sie von einem Energiemanagement-System Marke Eigenbau steuern zu können. Und, auch nicht selbstverständlich, diese Protokolle sind sehr detailliert beschrieben in einer öffentlich einsehbaren Dokumentation festgehalten. Das ist in der Tat vorbildlich und sucht seinesgleichen !
 | Fertig installiert und auf das Laden des Autos wartend sieht die Ladestation dann so aus. |
 Selbstverständlich hat auch die relevante Sicherung "E-Ladestation" einen Signalkontakt erhalten (links neben der Sicherung), damit ein allfälliges Ansprechen des Leitungs- und Fehlerstromschutzschalters (im Fachjargon FI-LS genannt) sofort via Hausautomation gemeldet und visualisiert werden kann :-)
 | Die Anzahl an "relevanten" Sicherungen mit Überwachung wächst und wächst ... :-) |
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Wie erwähnt, lässt sich die Ladestation sehr gut mit den verfügbaren Protokollen einbinden und steuern.
(Die Logik des PV-Überschuss-Ladens habe ich hier noch nicht realisiert. Das geht einfacher, wenn das Auto dann angeschlossen ist und ich sehe, welche Parameter wie gesetzt werden müssen, bzw. ich weiss wie das Auto reagiert. So weiss ich derzeit noch nicht, welches die Mindest-Stromstärke für das Laden ist und ob ein Unterbrechen des laufenden Ladevorgangs bsp. bei Bewölkung sinnvoll ist bzw. ob das Auto damit umgehen kann) |
Sooo, nachdem ich das Auto nun schon über einen Monat fahre muss es auch einmal geladen werden. Dabei konnte ich mich auch mit der oben erwähnte Ladelogik beschäftigen. Ladelogik ? Einstecken und gut, oder ? Mitnichten ! Da ich eine Solaranlage habe, wird das Auto natürlich primär mit "Gratis"-Solarstrom geladen (zumindest im Sommer). Ich habe mir einige Zeit lang überlegt, wo genau ich die Ladelogik umsetze. Naheliegend wäre die Hausautomation, aber die ist bereits etwas zu weit weg vom Schiff und zudem habe ich alles "energie-relevante" ja bereits in NodeRed realisiert. Daher habe ich mich entschieden, die Logik ebenfalls in NodeRed umzusetzen und die HomeAutomation nur als Display zu verwenden.
Natürlich galt es auch ein paar Herausforderungen zu meistern:
- Die Ladung darf nur erfolgen, wenn sie mittels RFID-Chiop freigeschaltet wurde, da sich die Ladestation ausserhalb des Gebäudes befindet (Konfigurationsthema in der Ladestation selber)
- Die Kommunikation mit der Ladestation erfolgt via Modbus und über WLAN. Zum Einen muss die Ladestation dahingehend konfiguriert werden, dass dies auch akzeptiert wird, zum Anderen muss das notwendige NodeRed-Modul namens "node-red-contrib-modbus" auf dem Host, auf welchem NodeRed läuft (bei mir der Cerbo GX von Victron), auch installiert sein
- Es dürfen nur Daten an die Ladestation geschickt werden, wenn das Auto eingesteckt und ladebereit oder bereits am Laden ist. Ebenfalls darf die gewünschte Stromstärke nur an die Ladestation gesendet werden, wenn es eine Änderung gibt.
- Es darf maximal so hoch geladen werden, dass alle anderen Stromverbraucher im Haus zuerst mit Solarstrom bedient werden. --> Ein forciertes Laden (bsp. bei Nacht oder Bewölkung) ist noch nicht eingebaut
- Die Ladestation unterstützt nur die Angabe der Stromstärke, nicht der Ladeleistung in Watt. Es ist also eine Umrechnung unter Berücksichtigung, dass sowohl ein- als auch dreiphasig geladen werden kann, nötig:
| Einphasig: Stromstärke = Leistung / 230V |
| Dreiphasig: Stromstärke = Leistung / (230V * √3) |
- Oben erwähnte Umschaltung von ein- auf dreiphasig erfolgt anhand der zur Verfügung stehenden Leistung der Solaranlage. Steht mehr als 4150W zur Verfügung, wird dreiphasig geladen, bei weniger dementsprechend einphasig. Bei einem resultierenden Ladestrom von unter 6A wird die Ladung pausiert. Die maximale Ladeleistung beträgt dann auch 11kW (oder 16A)
--> hier habe ich noch einen Konflikt, da die Ladestation quasi "direkt am Netz" hängt, muss ich meine Wechselrichter anweisen bei einer Ladeleistung von als 10kW (oder entsprechend hochem Haushaltverbrauch) mehr als die von meinem Stromnetzbetreiber zugelassenen 10kW einzuspeisen. Ich muss aber gleichzeitig dann auch dafür sorgen, dass niemals mehr als die erlaubten 10kW tatsächlich auch ins Netz gehen. Mehr dazu und wie ich das genau realisiert habe folgt später hier
- Die Umschaltung von ein- auf dreiphasig oder umgekehrt darf nicht zu oft nacheinander geschehen. Dazu habe ich eine entpsrechende Schutzschaltung in Form von Wartezeit eingebaut. Hintergrund ist der, dass eine Umschaltung immer ein Ladeabbruch und Neuaufnahme notwendig macht
- Und dann gibt es auch noch die Herausforderung, dass NodeRed beim Start (oder nach Programierungsanpassung) den aktuellen Status des Autos/Ladung nicht kennt und sofort basierend auf den zur Verfügung stehenden Daten bsp. eine Umschaltung der Phasen durchführen will, obschon die Ladung bereits dreiphasig stattfindet. Das hat mit der Art der Installation von NodeRed auf dem Victron Cerbo GX zu tun und würde den Rahmen hier sprengen. Kurz: Man muss sich auch damit befassen um unnötige Meldungen an die Ladestation/Auto zu vermeiden...
Herausgekommen ist folgendes Konstrukt:

Sieht kompliziert aus ? Nun ja, zugegeben, es ist durchaus etwas komplexer geworden als ursprünglich vermutet :-)
Zum besseren Leseverständnis:
Weisse Kästchen sind Kommentare
Graue Kästchen sind Eingaben, mit welchen die verschiedenen Zustände simuliert werden können
Grüne Kästchen sind Debug-Ausgaben
Die eigentliche Logik ist in den beiden orangen Kästchen "Ladeleistung berechnen" und "Ladeleistung A aus W berechnen" ganz unten. Der Codeumfang ist etwas über 160 Zeilen Javascript (ja, übel ich weiss) Aber das ist bei NodeRed eben so. KI ist da heutzutage übrigens äusserst hilfreich und sehr geschickt. Aber die gewünschte Logik muss man auch der KI immer noch vorgeben :-)
Den Code biete ich übrigens absichtlich nicht zum download an. Einerseits ist er noch nicht fertig (forciertes Laden und Wechselrichtersteuerung für > 10kW Einspeisung fehlt noch) und zum Anderen muss man schon wissen, was man tut. Man hantiert hier ja durchaus mit sehr grossen elektrischen Leistungen. Kommt dazu, dass diese Programmierung auf meine (unter Umständen) "speziellen" Anforderungen optimiert und nicht für die Allgemeinheit bestimmt sind. Ohne entsprechnde Modifikationen kann mein Code daher nicht "einfach so" mittels Copy&Paste übernommen werden. Ich bin jedoch gerne bereit meine Erfahrungen und Code zu teilen, möchte aber sicherstellen, dass ein gewisses KnowHow vorhanden ist. Schreib mir doch bei Interesse und erzähle etwas von dir und deiner Installation / Absicht.
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